7 ausgewählte Trend-Konzepte in der Entwicklungspsychopathologie auf dem Prüfstand

Entwicklungsneuropsychologische Perspektiven

Termin
Di. 29.09.2026 16.00 bis 18.30 Uhr
Di. 06.10.2026 16.00 bis 18.30 Uhr
Di. 13.10.2026 16.00 bis 18.30 Uhr
Di. 20.10.2026 16.00 bis 18.30 Uhr

12 Einheiten
Ort
Webinar via Zoom


Den Link zur Online-Veranstaltung finden Sie spätestens einen Tag vor der Veranstaltung im Login-Bereich unter www.neuropsy.at/login direkt bei Ihrer Seminaranmeldung.

Seminargebühr
€ 324,- inkl. USt
Empfohlen für:

Klinische PsychologInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, Fachinteressierte

Ziel
Trendthemen und -konzepte in Bezug auf spezifische Charakteristika oder Besonderheiten des menschlichen Erlebens und Verhaltens erhalten viel Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten Medien (u.a. soziale Medien, Webseiten mit pädagogischen/ psychologischen Empfehlungen/Angeboten, Ratgeberliteratur). In der klinischen Praxis ergibt sich dadurch häufiger die Situation, dass Jugendliche/Erwachsene sowie Eltern/ Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen diese Konzepte als relevant für sich betrachten bzw. bei sich/bei ihrem Kind diagnostizieren („Ratgeber- und digitale Diagnosen“) und dies endlich als Orientierung bzw. Lösung betrachten. Entsprechend erfolgen dann auch konkrete Fragen nach klinischen Einschätzungen, diagnostischen Abklärungen und Behandlungsempfehlungen bzw. -wünschen. Gerade bei Trend-Konzepten besteht hierbei aber das Problem, dass einerseits die Informationsquellen in den Medien meist sehr unausgewogen, vage sowie undifferenziert sind und dass andererseits die aktuelle Forschungslage noch zu gering sowie uneindeutig ist. Umgekehrt finden sich auch Trend-Konzepte in der Wissenschaft selbst, die wiederum in den Medien kaum rezipiert werden, aber klinisch im Sinne von Spezifizierungen oder transdiagnostischen Konstrukten relevant sind bzw. werden. 

Ziel des Webinars ist es, 7 ausgewählte Trendkonzepte aus einer entwicklungspsychopathologischen bzw. -neuropsychologischen Perspektive unter die Lupe zu nehmen und die praktischen Implikationen in Bezug auf die Optimierung des diagnostischen Prozesses sowie von Beratung/Therapie zu besprechen. 

Inhalt
-  Trigger & Toxisch: 2 sehr beliebte Begriffe bei Jugendlichen und jungen Menschen, die als Beispiele für Begriffsausweitung bzw. Bedeutungsinflation (concept creep) von Konzepten näher betrachtet werden.

-  Sensorische Verarbeitungssensitivität/Hochsensibilität: allgemeines Konzept in Bezug auf individuelle Unterschiede in der sensorischen Reizverarbeitung, welches zunehmend auch auf Kinder und Jugendliche angewandt wird.

-  Pathological Demand Avoidance: wurde zunächst als Subprofil bei Autismus-Spektrum-Störungen konzipiert, kann aber vom Phänomen her auch bei anderen Störungsbildern im Kindes- und Jugendalter beobachtet werden.

-  Erhöhte Reizbarkeit (Irritierbarkeit): temperamentsorientiertes Konzept, welches zunehmend an Bedeutung bei externalisierenden (insbesondere ADHS) und internalisierenden Störungen gewinnt.

-  Cognitive Disengagement Syndrome: zunächst als Subprofil bei Aufmerksamkeitsstörungen entwickelt, welches aber zunehmend auch als bedeutungsvoll für andere Störungen angesehen wird.

-  Authentizität/Realness: es ist anzunehmen, dass dieses Konzept gerade auch angesichts der steigenden digitalen Aktivitäten von Kindern/Jugendlichen zunehmend an Bedeutung gewinnen könnte und somit einer Betrachtung wert ist.

Literaturempfehlung

Alchin, C.E. et al. (2024). Authenticity and inauthenticity in adolescents: a scoping review. Adolescent Research Review, 9, 279-315

Becker, S.P. (2025). Cognitive disengagement syndrome: a construct at the crossroads. American Psychologist, 80, 812-834

Haslam, N. & Tse, J.S. (2025). Public awareness of mental illness: mental health literacy or concept creep? Australasian Psychiatry, 33, 18-20

Kamp-Becker, I. et al. (2023). Pathological Demand Avoidance – aktueller Forschungsstand und kritische Diskussion. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 51, 321-332

Urben, S. et al. (2025). Understanding irritability through the lens of self-regulatory control processes in children and adolescents: a systematic review. European Child & Adolescent Psychiatry, 34, 1497-1509

van den Boogert, F. et al. (2022). Sensory processing difficulties in psychiatric disorders: a meta-analysis. Journal of Psychiatric Research, 151, 173-180

Seminarleitung

Anrechnung

NEUROPSY Weiterbildungscurriculum Klinische Neuropsychologie und Kinderneuropsychologie
Neuropsychologische Grundlagen (6 EH), Neuropsychologische Diagnostik (4 EH), Neuropsychologische Behandlung (2 EH)

GNP Akkreditierung (wird angesucht)
12 Stunden zu Spezielle NPS: Versorgungsspezifische Kenntnisse

SVNP Anrechnung
12 Credits