Ausgewählte Trend-Konzepte in der Entwicklungspsychopathologie auf dem Prüfstand
Entwicklungsneuropsychologische Perspektiven
Mo 14.06.2027 16.30 bis 19.00
Mo 21.06.2027 16.30 bis 19.00
Mo 28.06.2027 16.30 bis 19.00
Mo 05.07.2027 16.30 bis 19.00
15 Einheiten
Den Link zur Online-Veranstaltung finden Sie spätestens einen Tag vor der Veranstaltung im Login-Bereich unter www.neuropsy.at/login direkt bei Ihrer Seminaranmeldung.
Klinische PsychologInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, Fachinteressierte
Ziel
Trendthemen und -konzepte in Bezug auf spezifische Charakteristika oder Besonderheiten des menschlichen Erlebens und Verhaltens erhalten viel Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten Medien (u.a. soziale Medien, Webseiten mit pädagogischen/ psychologischen Empfehlungen/Angeboten, Ratgeberliteratur). In der klinischen Praxis ergibt sich dadurch häufiger die Situation, dass Jugendliche/Erwachsene sowie Eltern/ Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen diese Konzepte als relevant für sich betrachten bzw. bei sich/bei ihrem Kind diagnostizieren („Ratgeber- und digitale Diagnosen“) und dies endlich als Orientierung bzw. Lösung betrachten. Entsprechend erfolgen dann auch konkrete Fragen nach klinischen Einschätzungen, diagnostischen Abklärungen und Behandlungsempfehlungen bzw. -wünschen. Gerade bei Trend-Konzepten besteht hierbei aber das Problem, dass einerseits die Informationsquellen in den Medien meist sehr unausgewogen, vage sowie undifferenziert sind und dass andererseits die aktuelle Forschungslage noch zu gering sowie uneindeutig ist. Umgekehrt finden sich auch Trend-Konzepte in der Wissenschaft selbst, die wiederum in den Medien kaum rezipiert werden, aber klinisch im Sinne von Spezifizierungen oder transdiagnostischen Konstrukten relevant sind bzw. werden.
Ziel des Webinars ist es, ausgewählte Trendkonzepte aus einer entwicklungs-psychopathologischen bzw. -neuropsychologischen Perspektive unter die Lupe zu nehmen und die praktischen Implikationen in Bezug auf die Optimierung des diagnostischen Prozesses sowie von Beratung/Therapie zu besprechen.
Inhalt
- Trigger & Toxisch
- Sensorische Verarbeitungssensitivität/Hochsensibilität
- Vantage Sensitivity
- Virtueller Autismus
- Pathological Demand Avoidance
- Camouflage/Masking
- Autistisches Burnout
- Nervous System Dysregulation
- AuDHD
- ADHS-Paralyse
- Cognitive Disengagement Syndrom
- Erhöhte Reizbarkeit/Irritierbarkeit
- Authentizität/Realness
Literaturempfehlung
Alchin, C.E. et al. (2024). Authenticity and inauthenticity in adolescents: a scoping review. Adolescent Research Review, 9, 279-315
Becker, S.P. (2025). Cognitive disengagement syndrome: a construct at the crossroads. American Psychologist, 80, 812-834
Haslam, N. & Tse, J.S. (2025). Public awareness of mental illness: mental health literacy or concept creep? Australasian Psychiatry, 33, 18-20
Kamp-Becker, I. et al. (2023). Pathological Demand Avoidance – aktueller Forschungsstand und kritische Diskussion. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 51, 321-332
Urben, S. et al. (2025). Understanding irritability through the lens of self-regulatory control processes in children and adolescents: a systematic review. European Child & Adolescent Psychiatry, 34, 1497-1509
van den Boogert, F. et al. (2022). Sensory processing difficulties in psychiatric disorders: a meta-analysis. Journal of Psychiatric Research, 151, 173-180
Seminarleitung
Anrechnung
NEUROPSY Weiterbildungscurriculum Klinische Neuropsychologie und Kinderneuropsychologie: Grundlagen (6 EH), Diagnostik (6 EH), Behandlung (3 EH)
NEUROPSY Weiterbildungscurriculum Klinisch-Psychologische Behandlung im Kindes- und Jugendalter: 15 EH
GNP Akkreditierung (wird angesucht)
15 Stunden zu Spezielle NPS: Versorgungsspezifische Kenntnisse
SVNP Anrechnung
15 Credits
Psychotherapeutenkammer Bayern (wird angesucht)
15 Punkte
